Mehrheit für Halle in Marienfeld
Empfehlung gestern Abend im Schulausschuss.
Déjà-vu-Gefühle beschlichen die Zuhörer gestern Abend in der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses, als die Runde mit komfortabler Mehrheit die Empfehlung an den Rat aussprach, die Sporthalle mit Standort am Anton-Bessmann-Ring in Marienfeld noch in diesem Jahr zu bauen. Damit folgte das Gremium dem Antrag der CDU, der auf Anregung von Sabine Nieder (UWG) um den Passus modifiziert wurde, dass die komplette Summe von drei Millionen Euro bereits in den Haushalt 2012 eingestellt wird. Die CDU hatte im Vorfeld dafür plädiert, den Betrag auf zwei Jahre zu splitten. „Wir haben 2008 den Marienfeldern das Wort gegeben. Dieses Versprechen lösen wir jetzt ein und vertrauen dabei auf die Wirtschaftsstärke unserer Stadt“, begründete Dr. Angelika Wensing den Vorstoß. Sie erinnerte an den Beschluss des Rates vom Dezember 2008, eine Doppelsporthalle mit angedocktem Bürgerhaus für die Sportvereine im Klosterdorf zu bauen – ein Vorhaben, das bekanntlich später der Wirtschaftskrise zum Opfer fiel, denn die Politiker waren nicht mehr bereit, ein Millionenprojekt zu realisieren, für das sich die Stadt hätte Geld leihen müssen.
Die städtischen Finanzen sind durch das unerwartet hohe Gewerbesteueraufkommen besser als erwartet (wir berichteten). Nun glaubt man, sich die Halle wieder leisten zu können. „Hoffentlich wird das was“, gaben sich die Vertreter der Marienfelder Sportvereine nach der Sitzung noch ein wenig skeptisch.
Auch die SPD ist überzeugt, dass es an der Zeit sei, die beklagte Hallenknappheit zu mildern. Ihr Sprecher Hans Feuß präsentierte einen Antrag, der sogar zwei Hallen beinhaltete – eine Sporthalle in Marienfeld, und zwar in der Nähe der Marienschule, sowie eine Dreifachturnhalle am Gymnasium, die zur Lösung der Engpässe beim Schulsport beitragen sollte. Die SPD schlug vor, die Planungskosten für beide Hallen bereits in den Haushalt 2012 einzustellen, um mit dem Bau möglichst zügig, spätestens aber 2013, beginnen zu können. Der aus mehreren Punkten bestehende Antrag, so hatte die SPD auch vorgeschlagen, an der jetzigen Sporthalle des Gymnasiums nur noch unbedingt notwendige Reparaturen durchzuführen und nach der Fertigstellung der neuen Hallen mindestens je eine Einfachhalle abzureißen, fand keine Mehrheit.
Wie berichtet, gibt es nach mehreren Sondierungsgesprächen zwischen Politik, Verwaltung und Heimatverein mittlerweile den Konsens, dass der Bürgertreff in der Marienschule sein Domizil finden soll. Die Verwaltung stellte gestern das Raumkonzept und eine erste finanzielle Kalkulation für das Vorhaben vor (Bericht folgt).
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07 - Gütersloh, Donnerstag 26. Januar 2012





